Informationen für Besitzer von Liftnotrufsystemen

Seit 2017 stellt die Swisscom laufend analoge Anschlüsse auf die Internettelefonie IP um. Die meisten analogen Anschlüsse sind inzwischen abgeschaltet worden.

Wegen der Umstellung auf IP müssen nicht nur Telefone umgerüstet werden, sondern zum Beispiel auch Liftnotrufsysteme, Alarmanlagen oder Haustechniksysteme. Als Immobilienverwaltung oder Hauseigentümer obliegt es Ihnen, den möglichen Handlungsbedarf zu klären. Als Eigentümer müssen Sie - und nicht die Swisscom - für die Umstellungskosten der Gebäudeinfrastruktur aufkommen.

Wo liegt das Problem beim Liftnotrufsystem?

Die geltenden Vorschriften (Aufzugsverordnung und Normen) verlangen, dass Kabinennotrufsysteme bei Stromausfall noch während 1 Stunde funktionstüchtig bleiben. Kabinennotrufsysteme mit analoger Telefonleitung waren bisher bei Stromausfall über das Festnetz notstromversorgt. Das ist bei IP nicht mehr der Fall. Mit der Umstellung auf IP funktioniert das Kabinennotrufsystem bei Stromausfall somit nicht, ausser wenn spezielle Ersatzmassnahmen getroffen werden. Es funktioniert also ausgerechnet dann nicht, wenn das grösste Risiko besteht, im Lift stecken zu bleiben. 

Was soll ich als Eigentümer tun?

Wenn Sie noch ein analoges Kabinennotrufsystem oder konventionelles Telefon in der Kabine haben, melden Sie sich bei Ihrem Wartungsunternehmen für die Umrüstung. Gemäss OR Art. 58 sind sie als Eigentümer für die Betriebssicherheit Ihres Aufzugs verantwortlich.

Die bisher eingesetzte 2G-GSM-Technologie soll gemäss Ankündigung der Swisscom ca. 2020 abgeschaltet werden. Damit entstehen für diejenigen Geräte, die als erste eingebaut wurden und nur über 2G-GSM funktionieren, nochmals Umbaukosten. Wir bedauern diesen Umstand, haben jedoch auf die verfügbaren Kommunikationstechnologien keinen Einfluss.

Die beste, aktuell verfügbare Mobilfunk Technologie ist 3G-UMTS. Laut Swisscom sollte UMTS bis 2025 in Betrieb bleiben können, danach wird voraussichtlich auch 3G abgeschaltet.

VoLTE, die Sprachübertragung über 4G-LTE ist immer noch nicht verfügbar, weil es keinen Standard für die Sprachübertragung gibt. Auch 4G-taugliche Handys schalten heute für die Sprachübertragung auf 3G-UMTS um. Inzwischen sind 4G-LTE taugliche Geräte verfügbar, die sowohl 2G, 3G und 4G-fähig sind und ohne weiteren Aufwand auf 4G wechseln können, sobald diese Sprachübertragung verfügbar wird. Wann es soweit ist, ist schwer zu sagen, da die Aussagen der Telekomfirmen noch ziemlich vage sind.

Zurzeit ist 5G in aller Munde. 5G ist jedoch nur für den Datenverkehr vorgesehen und nicht für die Sprachtelefonie.

Gibt es Alternativen zu Mobilfunk?

Ja, es gibt verschiedene Technologien, z.B. den Anschluss an eine notstromversorgte Hauszentrale, die jedoch unterschiedliche Anforderungen an den Hausanschluss, Ihre Telefonzentrale oder Ihre IT-Infrastruktur stellen und unterschiedliche Folgekosten verursachen. Um die richtige Lösung zu finden, wenden Sie sich am besten an einen Telekommunikationsspezialisten, denn das Thema ist sehr komplex und laufend kommen neue Technologien auf den Markt.

Die von Swisscom empfohlene Festnetzlösung Swisscom Line Basic mit Option Ausfallsicherheit verursacht höhere Betriebskosten als die Mobilfunk-Lösung. Zudem wird das eingebaute USV für den Router von der Swisscom nicht überwacht. Sie als Kunde müssten sich selber darum kümmern, dass die Batterie rechtzeitig gewechselt wird. Wird das nicht gemacht, bezahlen Sie hohe Anschlussgebühren und können das Gerät im Ernstfall dann trotzdem nicht nutzen.

Wie geht es weiter?

Sobald geklärt ist, welche Technologie für Ihr Liftnotrufsystem die richtige ist, melden Sie sich bei uns, damit wir Ihnen allenfalls eine Umrüstungsofferte erstellen können. Wenn das Gerät einmal auf Mobilfunk umgebaut ist, vergessen Sie nicht, den bestehenden Analoganschluss zu kündigen.